Haustypen & Bauweisen

Modulhaus: wie es entsteht und für wen es passt

Visualisierung des VN Modulhauses als eingeschossiger Flachdachbau mit Holzfassade, großen Glasflächen und Eingangstreppe
Visualisierung des Herstellers VN Modulhaus

Ein Modulhaus entsteht zum größten Teil in der Werkshalle: Ganze Raummodule mit Boden, Wänden, Decke und Fenstern werden dort gefertigt, per Lkw zum Grundstück gebracht und mit einem Kran auf das vorbereitete Fundament gesetzt. Es passt zu Bauherren, die eine kurze Bauphase auf dem eigenen Grundstück wollen und deren Bauplatz für Transport und Kran gut erreichbar ist. Wie sich ein Modulhaus von innen anfühlt, sehen Sie im Musterhauszentrum Mülheim-Kärlich bei Koblenz: Das VN Modulhaus (Haus 143) ist von innen zu besichtigen, der Eintritt ist frei.

Modulhaus, Fertighaus, Tiny House: die Abgrenzung

Die drei Begriffe werden oft durcheinander verwendet. Sie beschreiben aber unterschiedliche Dinge.

BegriffWas vorgefertigt wirdWas auf dem Grundstück passiert
Fertighaus (Tafelbauweise)Wand-, Decken- und DachelementeElemente werden zum Haus montiert, danach folgt der Innenausbau
Modulhauskomplette Raumeinheiten, oft schon mit Innenausbau und LeitungenModule werden aufgesetzt, verbunden und angeschlossen
Tiny Houseje nach Anbieter ganz oder teilweisesehr kleines Haus, teils auf einem Fahrgestell, teils fest gegründet

Ein Modulhaus ist also eine Form des Fertigbaus. Der Unterschied liegt im Grad der Vorfertigung: Beim klassischen Fertighaus kommen flache Bauteile auf die Baustelle, beim Modulhaus fertige Räume. Wie Fertighaus und Massivhaus sich unterscheiden, erklären wir in unserem Beitrag Fertighaus oder Massivhaus.

Mit einem Tiny House hat ein Modulhaus vor allem die Herstellung im Werk gemeinsam. Ein Modulhaus kann aber ein vollwertiges Wohnhaus sein, eingeschossig oder aus übereinander gestapelten Modulen. Wer vor allem wenig Grundfläche nutzen möchte, findet in unserem Beitrag zum Kompakthaus weitere Ansätze.

Wie ein Modulhaus entsteht

Planung

Am Anfang steht wie bei jedem Haus die Planung. Beim Modulhaus kommt eine Besonderheit dazu: Der Grundriss wird von Beginn an in Module aufgeteilt. Wo zwei Module aneinanderstoßen, verläuft eine Fuge, und die Breite jedes Moduls ist durch den Transport auf der Straße begrenzt. Wie geschickt diese Grenzen gelegt sind, entscheidet mit darüber, wie offen das Haus später wirkt.

Fertigung im Werk

In der Halle entstehen die Module unter gleichbleibenden Bedingungen, unabhängig von Regen und Frost. Je nach Hersteller werden dort bereits Fenster, Leitungen, Bodenbeläge, Bäder und Küchenanschlüsse eingebaut. Parallel dazu wird auf dem Grundstück das Fundament oder die Bodenplatte vorbereitet, inklusive der Hausanschlüsse für Wasser, Abwasser und Strom.

Transport und Aufstellung

Sind Fundament und Module fertig, fahren Lkw die Module zum Grundstück. Ein Kran hebt sie einzeln an ihren Platz. Danach werden die Module miteinander verbunden, die Fugen geschlossen und die Leitungen angeschlossen. Was dann noch fehlt, hängt davon ab, wie weit die Module im Werk vorbereitet wurden.

Der große Vorteil dieses Ablaufs: Die eigentliche Bauphase auf dem Grundstück ist kurz, weil der größte Teil der Arbeit schon vorher in der Halle erledigt wurde. Wie lange es konkret dauert, hängt vom Haus und vom Hersteller ab. Fragen Sie im Beratungsgespräch nach einem verbindlichen Zeitplan.

Für wen es passt und für wen eher nicht

Ein Modulhaus kann gut passen, wenn Sie

  • möglichst wenig Zeit mit einer offenen Baustelle verbringen möchten,
  • ein Haus mit klarer, moderner Form suchen,
  • ein schlüsselfertiges Haus aus einer Hand bevorzugen, statt viele Gewerke selbst zu koordinieren,
  • eingeschossig und ohne Treppen wohnen möchten, zum Beispiel für das Wohnen im Alter,
  • auf einem Grundstück bauen, das Lkw und Kran gut erreichen.

Eher schwierig wird es, wenn

  • Ihr Grundstück nur über enge Straßen, eine niedrige Durchfahrt oder einen steilen Weg erreichbar ist,
  • Sie sehr große, stützenfreie Räume wünschen, die über mehrere Module hinweg reichen sollen,
  • Sie viel Eigenleistung einbringen möchten, denn ein großer Teil des Ausbaus ist im Werk schon erledigt.

Ob ein schlüsselfertiges Haus oder ein Ausbauhaus besser zu Ihnen passt, erklärt unser Beitrag Schlüsselfertig oder Ausbauhaus.

Vor dem Kauf klären

Zufahrt für Transport und Kran

Beim Modulhaus ist die Zufahrt besonders wichtig. Die Module sind groß, je nach Maß ist ein Schwertransport nötig. Klären Sie früh:

  • Kommt ein Lkw mit dem Modul bis an das Grundstück, auch um Kurven, unter Brücken, Bäumen und Leitungen hindurch?
  • Gibt es eine ebene, tragfähige Fläche, auf der der Kran sicher stehen kann?
  • Reicht der Schwenkbereich des Krans bis zu jeder Stelle, an der ein Modul abgesetzt wird?
  • Wer organisiert Transport, Genehmigungen und eine eventuelle Straßensperrung, und ist das im Preis enthalten?

Viele dieser Fragen kann der Hersteller nur mit einem Blick auf das Grundstück beantworten. Lassen Sie sich eine Vor-Ort-Prüfung anbieten, bevor Sie unterschreiben.

Bebauungsplan

Ein Modulhaus muss wie jedes andere Wohnhaus zum Bebauungsplan passen. Dort kann unter anderem geregelt sein, welche Dachform, Dachneigung, Geschosszahl und Gebäudestellung erlaubt sind. Nicht jede Dachform ist in jedem Baugebiet zulässig. Fragen Sie beim Bauamt Ihrer Gemeinde nach, bevor Sie sich auf ein Modell festlegen. Mehr zu den Schritten rund um das Grundstück lesen Sie im Beitrag Grundstückskauf: Ablauf und Nebenkosten. Sie haben noch kein Grundstück? Fragen Sie die Hausanbieter vor Ort, alle Aussteller haben Zugriff auf ein Grundstücksportfolio.

Spätere Erweiterung

Ein Argument für das Modulhaus ist, dass sich weitere Module später ergänzen lassen. Ob das in Ihrem Fall klappt, hängt von mehreren Dingen ab: Sieht das System des Herstellers eine Erweiterung vor? Ist auf dem Grundstück Platz dafür, und erlaubt der Bebauungsplan die größere Fläche? Und ist die Zufahrt auch Jahre später noch frei, wenn vielleicht Garten und Carport angelegt sind? Wer eine Erweiterung schon heute mitplant, kann Anschlüsse und Statik gleich darauf auslegen lassen.

Das sehen Sie vor Ort

Im Musterhauszentrum Mülheim-Kärlich können Sie ein Modulhaus nicht nur auf Bildern, sondern von innen erleben. Laut den Angaben der Hersteller:

  • WOLF Haus (Haus 125): Der Hersteller nennt neben Einfamilienhaus, Bungalow, Doppelhaus und Ferienhaus auch das Modul als Haustyp. Fragen Sie dort, wie WOLF Haus Modulhäuser umsetzt. Zur Ausstellerseite von WOLF Haus.
  • VN Modulhaus (Haus 143): Der Hersteller baut in ökologischer Holzrahmen-Bauweise und setzt jedes Haus schlüsselfertig um. Ein festes Team aus Architekten, Planern und Designern entwickelt die Häuser, begleitet werden die Bauherren aus einer Hand: Planung, Vertrag, Lieferung, Montage, Gewährleistung und persönliche Betreuung. Das Musterhaus ist von innen besichtigbar. Zur Ausstellerseite von VN Modulhaus.

Nutzen Sie den Besuch für die Fragen, die Sie auf keinem Prospekt beantwortet bekommen: Wo verlaufen die Modulgrenzen, und sehen oder hören Sie sie im Haus? Wie wirken Raumhöhe und Raumbreite? Was ist im Werk eingebaut, und was kommt erst auf dem Grundstück dazu? Welche Anforderungen stellt der Hersteller an die Zufahrt? Weitere Tipps für Ihren Rundgang finden Sie im Beitrag Musterhäuser besichtigen.

Welches Haus wo steht, zeigt der Lageplan, alle Häuser finden Sie unter Musterhäuser. Das Musterhauszentrum in der Musterhausstr. 146 ist Mittwoch bis Sonntag von 11:00 bis 17:00 Uhr geöffnet, Montag und Dienstag nach Vereinbarung, auch im Winter. Anfahrt und alle Details stehen unter Besuch planen.

Geschrieben von

Redaktion Musterhauszentrum

Musterhauszentrum Mülheim-Kärlich

Die größte Hausausstellung am Mittelrhein: rund 40 komplett eingerichtete Musterhäuser auf 75.000 m². Eintritt frei, geöffnet Mittwoch bis Sonntag von 11:00 bis 17:00 Uhr.