
Eine Photovoltaikanlage lässt sich im Neubau einfacher und meist günstiger einplanen als später nachrüsten: Dachform, Ausrichtung und Leitungswege werden gleich passend gewählt. Am meisten bringt der Solarstrom, wenn Sie ihn selbst verbrauchen, etwa für die Wärmepumpe oder das Elektroauto. Für den Strom, den Sie ins Netz einspeisen, gibt es derzeit eine feste Vergütung. Wie es damit ab 2027 weitergeht, berät der Bundestag gerade.
Warum gleich beim Neubau
Im Neubau können Sie das Dach für die Photovoltaik optimieren: die Ausrichtung, die Neigung, möglichst wenig Gauben und Dachfenster in der Fläche. Kabelwege vom Dach zum Technikraum, der Platz für Wechselrichter und Speicher und die Vorbereitung für eine Wallbox lassen sich gleich mitplanen. Später nachgerüstet wird das oft aufwendiger. Ein weiterer Vorteil: Die Kosten der Anlage können Teil der Gesamtfinanzierung werden.
Wie groß soll die Anlage sein?
Die passende Größe hängt von Ihrem Dach und Ihrem Verbrauch ab. Mit Wärmepumpe und Elektroauto steigt der Strombedarf eines Haushalts deutlich, entsprechend lohnt eine größere Anlage. Ihr Hausanbieter oder ein Solarteur kann aus Dachfläche und erwartetem Verbrauch eine Empfehlung ableiten. Lassen Sie sich dabei zeigen, wie viel des erzeugten Stroms Sie voraussichtlich selbst nutzen und wie viel ins Netz geht.
Stromspeicher: wann er sich lohnt
Ein Batteriespeicher speichert Solarstrom vom Tag für den Abend und die Nacht. So steigt der Anteil des selbst verbrauchten Stroms. Ob sich ein Speicher rechnet, hängt von Preis, Größe und Ihrem Verbrauchsprofil ab. Lassen Sie sich die Rechnung mit und ohne Speicher vorlegen. Auch wenn Sie zunächst ohne Speicher starten, lohnt es sich, Platz und Anschluss dafür vorzusehen.
PV, Wärmepumpe und Elektroauto zusammen denken
Photovoltaik und Wärmepumpe ergänzen sich: Die Wärmepumpe braucht Strom, die PV-Anlage liefert ihn. Im Winter, wenn die Wärmepumpe am meisten arbeitet, erzeugt die Anlage allerdings am wenigsten. Den größten Effekt erzielen Sie, wenn Warmwasserbereitung, Waschmaschine oder das Laden des Autos in die sonnigen Stunden fallen. Ein Energiemanagementsystem kann das automatisch steuern. Mehr zur Heizung lesen Sie in unserem Beitrag Wärmepumpe im Neubau.
Was bei Vergütung und Anmeldung gilt
Einspeisevergütung. Für kleine Anlagen bis 10 Kilowatt auf Gebäuden, die zwischen dem 1. August und dem 31. Dezember 2026 in Betrieb gehen, beträgt die Vergütung bei Teileinspeisung 7,70 Cent je Kilowattstunde, bei Volleinspeisung 12,22 Cent (Bundesnetzagentur). Eine Nachfolgeregelung für die Zeit danach befindet sich laut Bundesnetzagentur in der parlamentarischen Beratung. Wer 2027 in Betrieb geht, sollte die aktuellen Sätze kurz vorher prüfen.
Negative Strompreise. Grundsätzlich entfällt die Vergütung für Zeiträume, in denen der Börsenstrompreis negativ ist, dafür verlängert sich der Vergütungszeitraum entsprechend. Für Anlagen unter 100 Kilowatt greift diese Regel aber erst ab dem Jahr nach dem Einbau eines intelligenten Messsystems (§ 51 EEG). Solange kein intelligentes Messsystem mit Steuerbox eingebaut ist, muss die Einspeiseleistung neuer Anlagen nach Angaben der Verbraucherzentrale auf 60 Prozent der Maximalleistung begrenzt werden (Verbraucherzentrale). Umso wichtiger ist ein hoher Eigenverbrauch.
Anmeldung. Jede neue Anlage muss innerhalb eines Monats nach der Inbetriebnahme im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur eingetragen werden (§ 5 MaStRV). Den Anschluss an das Netz meldet der Installateur beim Netzbetreiber an.
Förderung
Die KfW fördert Photovoltaikanlagen und Batteriespeicher mit dem Kredit Erneuerbare Energien Standard (270), mit bis zu 100 Prozent der Investitionskosten. Voraussetzung ist unter anderem, dass Sie zumindest einen Teil des Stroms einspeisen. Der Kredit wird über Ihre Bank beantragt, bevor Sie mit dem Vorhaben beginnen (KfW). Welche weiteren Förderkredite es für den Neubau gibt, zeigt unser Beitrag zur Baufinanzierung.
Das sehen Sie vor Ort
Im Musterhauszentrum Mülheim-Kärlich zeigen mehrere Häuser Photovoltaik. Laut den Angaben der Hersteller:
- SchwörerHaus (Haus 27): Nutzung von Sonnenenergie und Speichertechnik als Teil des Energiekonzepts
- Fingerhut Haus (Haus 110): Photovoltaikanlage
- Hanse Haus Variant 35-174 (Haus 113): Photovoltaikanlage mit Speichertechnik, kombiniert mit Luft/Wasser-Wärmepumpe
- FingerHaus JUNO 300 (Haus 119): Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher
- KAMPA Architekturlinie LANOS (Haus 121): Photovoltaikanlage und Lithium-Ionen-Stromspeicher serienmäßig
- Schwabenhaus Selection-E-161 (Haus 139): Photovoltaikanlage im Zusammenspiel mit dem SmartHome-System
Ein Sonderfall ist Büdenbender Hausbau (Haus 102) mit einer solarunterstützten Eis-Speicherheizung. Dabei geht es um Wärme, nicht um Strom. Fragen Sie in den Häusern, wie die Anlage dimensioniert ist und was sie im Jahr leistet. Alle Häuser finden Sie unter Musterhäuser, Öffnungszeiten unter Besuch planen.
Stand der Angaben zu Vergütung und Förderung: Oktober 2026. Die Regeln für Anlagen ab 2027 werden derzeit neu verhandelt.
Geschrieben von
Redaktion Musterhauszentrum
Musterhauszentrum Mülheim-Kärlich
Die größte Hausausstellung am Mittelrhein: rund 40 komplett eingerichtete Musterhäuser auf 75.000 m². Eintritt frei, geöffnet Mittwoch bis Sonntag von 11:00 bis 17:00 Uhr.


