
Die Wärmepumpe ist im Neubau die naheliegende Heizung: Sie nutzt die Wärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser und arbeitet in einem gut gedämmten Haus mit Fußbodenheizung besonders effizient. Seit dem 29. Juli 2026 schreibt das Gesetz zwar keinen festen Anteil erneuerbarer Energien mehr vor. Wer aber eines der KfW-Programme für klimafreundliche Neubauten nutzt, darf keine Öl-, Gas- oder Biomasseheizung einbauen. Damit bleibt die Wärmepumpe für viele Bauherren die erste Wahl.
So arbeitet eine Wärmepumpe
Eine Wärmepumpe funktioniert wie ein Kühlschrank, nur umgekehrt. Sie entzieht der Umgebung Wärme, hebt sie mit Hilfe von Strom auf ein höheres Temperaturniveau und gibt sie an Heizung und Warmwasser ab. Aus einer Einheit Strom macht sie so ein Mehrfaches an Wärme. Wie effizient sie arbeitet, hängt vor allem davon ab, wie groß der Temperaturunterschied zwischen Wärmequelle und Heizwasser ist: Je niedriger die nötige Vorlauftemperatur, desto besser.
Die Arten im Überblick
| Art | Wärmequelle | Stärken | Zu beachten |
|---|---|---|---|
| Luft/Wasser | Außenluft | einfache Installation, keine Bohrung, geringere Anschaffungskosten | Außeneinheit mit Abstand zu Nachbarn planen, Schall beachten |
| Sole/Wasser (Erdwärme) | Erdreich über Sonden oder Kollektoren | gleichmäßige Quellentemperatur, auch zum Kühlen im Sommer nutzbar | Bohrung oder Kollektorfläche nötig, in der Regel Genehmigung oder Anzeige bei der Wasserbehörde |
| Wasser/Wasser | Grundwasser über Brunnen | sehr gleichmäßige Quellentemperatur | geeignetes Grundwasser und wasserrechtliche Erlaubnis nötig |
Im Neubau ist die Luft/Wasser-Wärmepumpe sehr verbreitet. Erdwärme lohnt sich vor allem, wenn das Grundstück eine Bohrung zulässt und Sie im Sommer auch kühlen möchten.
Was das Gesetz für Neubauten verlangt
Am 29. Juli 2026 hat das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) das bisherige Gebäudeenergiegesetz abgelöst. Die frühere Vorgabe, dass eine neue Heizung zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien arbeiten muss, ist entfallen (Bundesregierung). Eigentümer entscheiden wieder selbst, welche Heizung sie einbauen.
Ganz ohne Anforderungen ist der Neubau aber nicht. Ein neues Haus muss als Niedrigstenergiegebäude errichtet werden (§ 10 GModG): Der Primärenergiebedarf darf einen Höchstwert nicht überschreiten, der Wärmeschutz muss stimmen, und für neue Gas- und Ölheizungen gelten die Regeln zu steigenden Bioanteilen im Brennstoff. Wie Sie die Anforderungen erreichen, plant der Hausanbieter mit Ihnen, er weist sie im Energieausweis nach.
Förderung: was die KfW verlangt
Für Bauherren wichtiger als das Gesetz sind oft die Förderbedingungen. Die Neubauprogramme der KfW sind zinsgünstige Kredite. Mehrere davon schließen Heizungen mit Öl, Gas oder Biomasse ausdrücklich aus:
- Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude (297/298)
- Wohneigentum für Familien (300)
- Klimafreundlicher Neubau im Niedrigpreissegment (296)
Wer eines dieser Programme nutzen möchte, kommt an Wärmepumpe oder Fernwärme kaum vorbei. Die genauen Voraussetzungen und Kreditbeträge erklärt unser Beitrag zur Baufinanzierung.
Die Partner der Wärmepumpe
Eine Wärmepumpe allein macht noch kein effizientes Haus. Entscheidend ist das Zusammenspiel:
- Flächenheizung: Fußboden-, Wand- oder Deckenheizungen kommen mit niedrigen Vorlauftemperaturen aus. Das ist die ideale Voraussetzung für eine Wärmepumpe.
- Dämmung und dichte Gebäudehülle: Je weniger Wärme das Haus verliert, desto kleiner kann die Wärmepumpe ausfallen und desto weniger Strom braucht sie.
- Lüftung mit Wärmerückgewinnung: Sie hält die Wärme im Haus, die sonst beim Lüften verloren ginge.
- Photovoltaik: Strom vom eigenen Dach senkt die Betriebskosten der Wärmepumpe. Mehr dazu in unserem Beitrag zur Photovoltaik im Neubau.
Fragen für das Gespräch im Musterhaus
- Welche Wärmepumpe ist im Standard enthalten, und welche Alternativen gibt es?
- Wo steht die Außeneinheit, und wie laut ist sie?
- Mit welcher Vorlauftemperatur ist die Heizung ausgelegt?
- Ist Kühlen im Sommer möglich?
- Welchen Effizienzhaus-Standard erreicht das Haus, und welche KfW-Förderung ist damit möglich?
Das sehen Sie vor Ort
Im Musterhauszentrum Mülheim-Kärlich zeigen mehrere Häuser verschiedene Wärmepumpen-Lösungen. Laut den Angaben der Hersteller:
- SchwörerHaus (Haus 27): Lüftung mit Wärmerückgewinnung, Kleinstwärmepumpe und Direktheizelemente, dazu eine Brauchwasserwärmepumpe
- Massivhaus Manufaktur (Haus 104): Erdwärmepumpe, die im Sommer auch zum Kühlen genutzt werden kann
- Hanse Haus Variant 35-174 (Haus 113): Luft/Wasser-Wärmepumpe mit Inverter-Technik, kombiniert mit Photovoltaik und Speicher
- FingerHaus JUNO 300 (Haus 119): Luft/Wasser-Wärmepumpe mit Fußbodenheizung, Photovoltaik mit Batteriespeicher und kontrollierter Lüftung
- RENSCH-HAUS (Haus 122): Luft/Wasser-Wärmepumpe und Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung
- Schwabenhaus Selection-E-161 (Haus 139): Doppel-Wärmepumpe für Heizung, Kühlung, Belüftung und Wärmerückgewinnung
So sehen Sie an einem Tag, wie unterschiedlich Wärmepumpen-Konzepte aussehen können. Alle Häuser finden Sie unter Musterhäuser, Öffnungszeiten unter Besuch planen.
Stand der Angaben zu Gesetz und Förderung: Oktober 2026. Förderbedingungen können sich kurzfristig ändern, maßgeblich sind die Seiten der KfW.
Geschrieben von
Redaktion Musterhauszentrum
Musterhauszentrum Mülheim-Kärlich
Die größte Hausausstellung am Mittelrhein: rund 40 komplett eingerichtete Musterhäuser auf 75.000 m². Eintritt frei, geöffnet Mittwoch bis Sonntag von 11:00 bis 17:00 Uhr.


