Haustypen & Bauweisen

Bungalow bauen: wohnen auf einer Ebene

Moderner eingeschossiger Bungalow mit Flachdach und großen Fenstern zum Garten
Symbolbild, KI-generiert

Ein Bungalow lohnt sich, wenn Sie ohne Treppe wohnen möchten: Wohnzimmer, Küche, Schlafzimmer und Bad liegen auf einer Ebene, die Wege sind kurz, und das Haus bleibt auch dann gut nutzbar, wenn das Treppensteigen im Alter schwerer fällt. Der Preis dafür ist Fläche. Weil sich die gesamte Wohnfläche auf ein Geschoss verteilt, braucht ein Bungalow mehr Grundstück und mehr Dach als ein zweigeschossiges Haus mit gleicher Wohnfläche. Ob er auf Ihr Grundstück passt, entscheidet vor allem der Bebauungsplan. Einen Bungalow von innen sehen Sie im Musterhauszentrum Mülheim-Kärlich bei Koblenz: Büdenbender zeigt in Haus 102 den Bungalow „Finess“.

Vorteile: alles auf einer Ebene

Kurze Wege. Wäsche vom Bad in den Hauswirtschaftsraum, Einkäufe vom Auto in die Küche, nachts ins Kinderzimmer: Im Bungalow geschieht das alles ohne Treppe.

Barrierearm und gut fürs Alter. Ohne Treppe fällt ein wesentliches Hindernis im Haus weg. Wer heute baut und in dreißig Jahren noch im selben Haus wohnen möchte, muss später nicht umbauen, keinen Treppenlift nachrüsten und kein Schlafzimmer ins Erdgeschoss verlegen. Barrierearm ist aber noch nicht barrierefrei. Dafür kommt es zusätzlich auf Details an: einen stufenlosen Zugang zum Haus und zur Terrasse, breite Türen, eine bodengleiche Dusche und genug Bewegungsfläche in Bad und Flur. Das sollten Sie von Anfang an mit dem Hausanbieter besprechen.

Offener Grundriss und Bezug zum Garten. Jeder Raum liegt auf Gartenhöhe. Von Wohnzimmer, Küche und oft auch vom Schlafzimmer aus geht es direkt nach draußen. Weil kein Geschoss darüber liegt, kann grundsätzlich jeder Raum zusätzlich Licht über Dachfenster oder Lichtkuppeln bekommen.

Für viele Lebensphasen. Ein Bungalow passt zu Paaren, deren Kinder ausgezogen sind, genauso wie zu Familien mit kleinen Kindern, die alle Zimmer in Rufweite haben möchten.

Nachteile: mehr Fläche für dieselbe Wohnfläche

Ein zweigeschossiges Haus stapelt seine Wohnfläche, ein Bungalow legt sie nebeneinander. Grob gesagt braucht ein Bungalow deshalb etwa doppelt so viel Grundfläche wie ein zweigeschossiges Haus mit derselben Wohnfläche. Das hat Folgen:

  • Mehr Grundstück. Das Haus selbst belegt mehr Boden, und für den Garten bleibt bei gleicher Grundstücksgröße weniger übrig.
  • Mehr Dach und mehr Bodenplatte. Je Quadratmeter Wohnfläche braucht der Bungalow mehr Dachfläche und mehr Fundament. Beides kostet Material und Arbeit, und über die größere Außenfläche geht mehr Wärme verloren als bei einem kompakten Baukörper. Warum eine einfache, kompakte Form Kosten und Energie spart, erklärt unser Beitrag zum Kompakthaus.
  • Wenig Rückzug nach oben. Schlafzimmer und Bad liegen auf Straßen- und Gartenhöhe. Planen Sie die Ruhezone so, dass sie nicht direkt an Eingang oder Straße grenzt, und denken Sie an Sichtschutz.
  • Abstellfläche. Ohne Obergeschoss und oft ohne Keller fehlt Stauraum. Ein Hauswirtschaftsraum, ein Abstellraum oder ein Geräteschuppen im Garten gehören deshalb früh in die Planung.

Grundstück und Bebauungsplan: was die Grundflächenzahl bedeutet

Wie viel von Ihrem Grundstück überbaut werden darf, regelt in einem Baugebiet mit Bebauungsplan vor allem die Grundflächenzahl, kurz GRZ. Für den Bungalow ist sie die wichtigste Zahl, denn er braucht viel Grundfläche.

Die Baunutzungsverordnung definiert sie so: Die Grundflächenzahl gibt an, wie viele Quadratmeter Grundfläche je Quadratmeter Grundstücksfläche zulässig sind (§ 19 Abs. 1 BauNVO). Die zulässige Grundfläche ist der so errechnete Anteil des Baugrundstücks, den bauliche Anlagen überdecken dürfen (§ 19 Abs. 2).

Ein Rechenbeispiel: Gilt für ein Grundstück mit 600 m² eine GRZ von 0,4, dürfen 240 m² überbaut werden. Ein Bungalow mit 140 m² Wohnfläche braucht mehr als 140 m² Grundfläche, weil die Außenwände dazukommen. Er passt in diesem Beispiel, lässt aber deutlich weniger Spielraum als ein zweigeschossiges Haus mit derselben Wohnfläche, das grob mit der Hälfte der Grundfläche auskommt.

Wichtig ist auch, was mitzählt. Nach § 19 Abs. 4 werden die Grundflächen von Garagen und Stellplätzen mit ihren Zufahrten, von Nebenanlagen und von unterirdischen Bauteilen, die das Grundstück nur unterbauen, mitgerechnet. Durch diese Anlagen darf die zulässige Grundfläche um bis zu 50 Prozent überschritten werden, höchstens jedoch bis zu einer Grundflächenzahl von 0,8. Der Bebauungsplan kann davon abweichende Regeln treffen. Im Beispiel oben dürften Haus, Garage, Zufahrt und Nebenanlagen zusammen also bis zu 360 m² belegen, sofern der Bebauungsplan nichts anderes festsetzt.

Welche GRZ für Ihr Grundstück gilt, steht im Bebauungsplan, Auskunft gibt die Gemeinde. Achten Sie dort auch auf Festsetzungen zu Dachform, Dachneigung und Zahl der Geschosse, denn nicht jeder Bebauungsplan lässt jede Bungalowform zu. Was Sie beim Kauf eines Grundstücks außerdem prüfen sollten, erklärt unser Beitrag Grundstückskauf: Ablauf und Nebenkosten. Wenn Sie noch suchen: Fragen Sie die Hausanbieter im Musterhauszentrum, alle Aussteller haben Zugriff auf ein Grundstücksportfolio.

Varianten: Winkel, Walmdach, Flachdach

Bungalow ist nicht gleich Bungalow. Die Form bestimmt, wie das Haus auf dem Grundstück liegt und wie es wirkt.

Winkelbungalow

Beim Winkelbungalow bilden zwei Flügel ein L. Dazwischen entsteht eine geschützte Terrasse, die von zwei Seiten eingefasst ist. Der Winkel trennt Wohn- und Schlafbereich auf natürliche Weise: Ein Flügel für Küche, Essen und Wohnen, der andere für Schlafzimmer und Bad. Auf einem Eckgrundstück lässt sich der Garten so gut von der Straße abschirmen.

Bungalow mit Walmdach

Beim Walmdach fallen die Dachflächen nach allen vier Seiten ab. Das ist eine klassische Bungalowform. Das Dach wirkt flach und ruhig, und je nach Neigung bleibt darunter ein Dachraum, etwa als Abstellfläche. Als Wohnraum ist er beim Bungalow nicht gedacht.

Bungalow mit Flachdach

Der Flachdach-Bungalow wirkt mit seinen klaren Kanten modern. Die Dachfläche lässt sich begrünen oder mit einer Photovoltaikanlage belegen. Mehr dazu in unserem Beitrag zur Photovoltaik im Neubau. Fragen Sie beim Flachdach nach Abdichtung, Gefälle und Wartung, denn davon hängt ab, wie dauerhaft das Dach dicht bleibt.

Ob Sie den Bungalow als Fertighaus oder als Massivhaus bauen, ist eine eigene Entscheidung. Die Unterschiede erklärt unser Beitrag Fertighaus oder Massivhaus. Wie Sie Raumprogramm und Grundriss insgesamt angehen, lesen Sie im Beitrag Einfamilienhaus planen.

Das sehen Sie vor Ort

Im Musterhauszentrum Mülheim-Kärlich können Sie einen Bungalow von innen erleben und mit Anbietern sprechen, die Bungalows planen. Laut den Angaben der Hersteller:

Büdenbender Finess (Haus 102)

Der Bungalow „Finess“ von Büdenbender Hausbau ist laut Hersteller ein Flachdachhaus mit 134,30 m² Wohnfläche. Wohn- und Essbereich mit angrenzender Küche sowie die Schlaf- und Nebenräume liegen auf einer Etage. Geplant ist das Haus nach Angaben des Herstellers orientiert am Universal Design: Es soll auf unterschiedliche Bedürfnisse der Bewohner eingehen, räumlich und bei der Bedienung der Haustechnik. Geparkt wird im integrierten Carport direkt neben dem Eingang, von der Diele geht es ohne räumliche Trennung in den offenen Wohn- und Essbereich. Geheizt wird laut Hersteller mit einer solarunterstützten Eis-Speicherheizung, deren unterirdisch liegenden Speicher Sie durch eine Glasplatte besichtigen können.

WOLF Haus (Haus 125) und OKAL (Haus 127)

Auch WOLF Haus und OKAL nennen den Bungalow ausdrücklich in ihrem Programm, WOLF Haus neben Einfamilienhaus, Doppelhaus und Modul, OKAL neben Stadtvilla und Mehrgenerationenhaus. In ihren Musterhäusern, Haus 125 und Haus 127, können Sie mit den Beratern über Ihren Bungalow sprechen.

Fragen für Ihren Besuch

  1. Wie viel Grundfläche braucht der Bungalow mit der Wohnfläche, die Sie sich wünschen, und passt das zur GRZ Ihres Grundstücks?
  2. Welche Dachformen sind möglich, und was ändert sich am Preis zwischen Flachdach und Walmdach?
  3. Was gehört zu einem barrierefreien Ausbau, und was ist davon im Standard enthalten?
  4. Wo entsteht Stauraum, wenn es keinen Keller und kein Obergeschoss gibt?

Wo die Häuser stehen, zeigt der Lageplan, alle Häuser finden Sie unter Musterhäuser. Das Musterhauszentrum in der Musterhausstr. 146 ist Mittwoch bis Sonntag von 11:00 bis 17:00 Uhr geöffnet, Montag und Dienstag nach Vereinbarung, der Eintritt ist frei. Anfahrt und alle Details stehen unter Besuch planen.

Stand der Angaben zur Baunutzungsverordnung: Oktober 2026 (Fassung zuletzt geändert durch Art. 2 G v. 3.7.2023). Maßgeblich ist der Bebauungsplan Ihrer Gemeinde.

Geschrieben von

Redaktion Musterhauszentrum

Musterhauszentrum Mülheim-Kärlich

Die größte Hausausstellung am Mittelrhein: rund 40 komplett eingerichtete Musterhäuser auf 75.000 m². Eintritt frei, geöffnet Mittwoch bis Sonntag von 11:00 bis 17:00 Uhr.